SCLEROTIUM GUM
Ein moderner Gelbildner mit angenehmer, eleganter Sensorik
Sclerotium Gum, auch als Scleroglucan bezeichnet, ist ein natürlich gewonnenes, hochmolekulares Polysaccharid. Es wird durch die kontrollierte Fermentation geeigneter Kohlenhydratquellen mithilfe ausgewählter Mikroorganismen hergestellt und anschließend gereinigt und getrocknet.
In kosmetischen Formulierungen wird Sclerotium Gum vor allem als Gelbildner, Verdickungsmittel, Emulsionsstabilisator und Texturgeber eingesetzt. Bereits geringe Einsatzkonzentrationen können die Viskosität wässriger Systeme erhöhen und eine gleichmäßige, angenehm gleitende Konsistenz erzeugen.
Im Vergleich zu manchen klassischen Pflanzengummen kann Sclerotium Gum eine besonders weiche, glatte und wenig klebrige Textur erzeugen. Dadurch eignet sich der Rohstoff hervorragend für hochwertige Seren, Gele, Cremes, Lotionen und empfindliche Hautpflegeformulierungen.
Produkteigenschaften
Durch kontrollierte Fermentation hergestellt
Sclerotium Gum wird mithilfe eines kontrollierten Fermentationsverfahrens aus geeigneten Kohlenhydratquellen gewonnen. Während der Fermentation bilden die verwendeten Mikroorganismen ein verzweigtes Polysaccharid mit ausgeprägten rheologischen Eigenschaften.
Nach Abschluss des Fermentationsprozesses wird das entstandene Polysaccharid von den Mikroorganismen getrennt, gereinigt, konzentriert und getrocknet. Anschließend wird es zu einem feinen Pulver verarbeitet.
Das Ergebnis ist ein hochwertiger kosmetischer Rohstoff, der sich durch eine gute Verdickungsleistung, eine angenehme Hautsensorik und vielseitige Formulierungsmöglichkeiten auszeichnet.
Besondere Vorteile von Sclerotium Gum
Sclerotium Gum erzeugt geschmeidige, gleichmäßige Gele, die sich leicht verteilen lassen und ein angenehmes Hautgefühl hinterlassen.
Bei geeigneter Dosierung entstehen elegante Texturen, die weniger klebrig oder schleimig wirken können als manche herkömmlichen Gums.
Die Gelmatrix unterstützt eine gleichmäßige Verteilung gelöster und fein dispergierter Rezepturbestandteile.
Der fermentativ gewonnene Rohstoff eignet sich besonders für naturnah konzipierte Gele, Seren, Cremes und Lotionen.
Typische Einsatzbereiche
• Feuchtigkeitsseren
• Anti-Aging-Seren
• Gesichtsgels
• Augenpflege
• Gesichtsmasken
• Leichte Gelcremes
• Körpergele
• After-Sun-Produkte
• Handpflege
• Beruhigende Pflegegele
• Massagegele
• Intimpflegeformulierungen
• Cremes und Lotionen
• Emulsionsstabilisierung
• Haargele
• Leave-in-Produkte
• Haarmasken
• Kopfhautpflege
Funktionen in kosmetischen Formulierungen
| Funktion | Bedeutung in der Rezeptur |
|---|---|
| Gelbildner | Bildet weiche, zusammenhängende Gelstrukturen in der Wasserphase. |
| Viskositätsregler | Erhöht die Konsistenz und vermindert das Ablaufen flüssiger Formulierungen. |
| Emulsionsstabilisator | Unterstützt die Stabilität von Cremes und Lotionen, ersetzt jedoch nicht grundsätzlich den Emulgator. |
| Suspensionshilfsmittel | Kann das Absinken fein verteilter Pulver und anderer dispergierter Bestandteile verlangsamen. |
| Texturgeber | Verbessert Gleitverhalten, Verteilbarkeit und das sensorische Profil der Formulierung. |
| Filmbildner | Kann einen feinen, glättenden Film auf Haut oder Haar unterstützen. |
Orientierende Einsatzkonzentration
Die optimale Einsatzmenge richtet sich nach der Qualität des verwendeten Rohstoffs, der gewünschten Viskosität, dem Herstellungsverfahren und den weiteren Bestandteilen der Rezeptur.
| Anwendung | Orientierende Einsatzmenge |
|---|---|
| Leichte Seren und flüssige Pflegeprodukte | ca. 0,1–0,4 % |
| Gele und Gelseren | ca. 0,3–1,0 % |
| Cremes und Lotionen | ca. 0,1–0,6 % |
| Stärker verdickte Spezialformulierungen | ca. 0,5–2,0 % |
| Kombination mit anderen Gelbildnern | rezepturabhängig |
Die genannten Konzentrationen sind allgemeine Orientierungswerte. Für die konkrete Rohstoffqualität sind die Angaben im technischen Datenblatt beziehungsweise im Analysezertifikat des Herstellers zu beachten. Die tatsächlich geeignete Dosierung sollte durch eigene Rezeptur-, Kompatibilitäts- und Stabilitätstests bestimmt werden.
Verarbeitung
Sclerotium Gum sollte langsam und unter gleichmäßigem Rühren in die Wasserphase eingestreut werden. Um eine Klumpenbildung zu vermeiden, darf das Pulver nicht als kompakte Menge auf einmal zugegeben werden.
1. Die benötigte Menge Wasser oder Hydrolat vorlegen.
2. Sclerotium Gum langsam und gleichmäßig unter Rühren einstreuen.
3. Die Mischung rühren, bis das Pulver vollständig benetzt und gleichmäßig verteilt ist.
4. Ausreichend Zeit zur vollständigen Hydratisierung einplanen.
5. Nach Ausbildung der Gelstruktur weitere Rezepturbestandteile vorsichtig einarbeiten.
6. Abschließend den pH-Wert und die Endviskosität kontrollieren.
Alternativ kann das Pulver vor der Zugabe mit einem geeigneten flüssigen Bestandteil, beispielsweise Propanediol oder Glycerin, gleichmäßig vordispergiert werden. Dadurch kann die Benetzung erleichtert und das Risiko von Klumpenbildung reduziert werden.
Bei der Verarbeitung sollte übermäßiger Lufteintrag vermieden werden. Nach der Herstellung kann eine Ruhephase sinnvoll sein, damit eingeschlossene Luftblasen aus der Formulierung entweichen.
Kombination mit anderen Gelbildnern
Sclerotium Gum kann allein oder in Kombination mit weiteren Verdickungs- und Geliermitteln eingesetzt werden. Kombinationen ermöglichen eine gezielte Anpassung von Viskosität, Fließverhalten, Stabilität und Hautgefühl.
Kann die Stabilität und das Suspensionsvermögen erhöhen. Das Mischungsverhältnis beeinflusst Fließverhalten und Sensorik.
Ermöglicht glatte, homogene Gelstrukturen und kann die Konsistenz wässriger Seren und Gele ergänzen.
Eignet sich für feuchtigkeitsspendende Seren und Gele. Die Gesamtviskosität und Klebrigkeit sollten sorgfältig abgestimmt werden.
Kombinationen mit weiteren natürlichen Polymeren können Struktur, Filmbildung und sensorische Eigenschaften gezielt verändern.
Produktdaten
| Produktbezeichnung | Sclerotium Gum |
| INCI | Sclerotium Gum |
| Weitere Bezeichnung | Scleroglucan |
| CAS-Nummer | 39464-87-4 |
| EC-Nummer | 254-464-6 |
| Stoffklasse | Mikrobielles Polysaccharid / Beta-Glucan |
| Herstellung | Fermentation geeigneter Kohlenhydratquellen mit anschließender Reinigung und Trocknung |
| Aussehen | Weißes bis cremefarbenes, feines Pulver |
| Geruch | Nahezu geruchlos bis leicht charakteristisch |
| Löslichkeit | In Wasser dispergierbar und hydratisierbar; bildet viskose Lösungen beziehungsweise Gele |
| Funktion | Gelbildner, Viskositätsregler, Emulsionsstabilisator, Suspensionshilfsmittel, Filmbildner und Texturgeber |
| Typische Verwendung | Kosmetische Seren, Gele, Cremes, Lotionen, Masken sowie Haar- und Körperpflegeprodukte |
Aussehen, Viskosität, mikrobiologische Spezifikation und weitere technische Kennwerte können je nach Hersteller, Qualität und Charge variieren. Verbindlich sind ausschließlich das aktuelle technische Datenblatt und das chargenbezogene Analysezertifikat.
Sicherheit und sachgerechte Handhabung
Sclerotium Gum ist ein natürliches Polysaccharid und wird als hochwertiger Verdickungs- und Gelbildner in kosmetischen Formulierungen eingesetzt. Das feine Pulver sollte sorgfältig verarbeitet werden. Beim Umfüllen oder Einwiegen kann je nach Feinheitsgrad Staub entstehen. Eine saubere Verarbeitung sowie der Schutz vor Feuchtigkeit und Verunreinigungen tragen wesentlich zum Erhalt der Produktqualität bei.
- Staubbildung möglichst vermeiden.
- Einatmen des Pulvers sowie Kontakt mit Augen und Schleimhäuten vermeiden.
- Nach der Verarbeitung Hände gründlich reinigen.
- Nur in sauberen und hygienischen Produktionsbereichen verarbeiten.
- Behälter nach Gebrauch stets sorgfältig verschließen.
- Kühl, trocken und vor Feuchtigkeit geschützt lagern.
- Aktuelles Sicherheitsdatenblatt sowie Produktspezifikation beachten.
Sicherheitsempfehlungen für daraus hergestellte Endprodukte
Die Sicherheit und Eignung eines Endproduktes hängen von der eingesetzten Konzentration von Sclerotium Gum, der vollständigen Formulierung, der Kombination mit weiteren Rohstoffen sowie dem vorgesehenen Anwendungsbereich ab. Bei der Entwicklung kosmetischer Produkte sind die jeweils geltenden gesetzlichen Anforderungen und Qualitätsstandards einzuhalten.
Vor der Markteinführung sollten Stabilität, Viskositätsverhalten, mikrobiologische Qualität, Kompatibilität mit den übrigen Inhaltsstoffen sowie Hautverträglichkeit der fertigen Formulierung überprüft werden. Eine geeignete Konservierung und die Einhaltung der kosmetikrechtlichen Vorgaben sind sicherzustellen.
Lagerung
Kühl, trocken und lichtgeschützt lagern. Vor Feuchtigkeit, direkter Sonneneinstrahlung und starken Temperaturschwankungen schützen.
Den Behälter nach jeder Entnahme sorgfältig und luftdicht verschließen. Zur Vermeidung einer Verunreinigung sollte der Rohstoff ausschließlich mit sauberen und trockenen Arbeitsmitteln entnommen werden.
Kundenrezensionen
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