Wunderenzym aus der Papayapflanze
Enzyme sind lebensnotwendig und im menschlichen Körper an allen Stoffwechselvorgängen beteiligt, indem sie diese möglich machen oder beschleunigen. Für eine gut funktionierende Verdauung werden vor allem die proteolytischen Enzyme gebraucht, die Eiweiß aufspalten können. Ein solches Enzym ist in der Papaya enthalten: Papain, das aus über 200 Aminosäuren besteht und die Pflanze vor Schädlingen schützt. Therapeutisch eingesetzt wirkt es nicht nur bei Verdauungsproblemen, sondern auch bei Entzündungen, Schwellungen, Ödemen, Infektionen und zahlreichen anderen Beschwerden.
Die Papaya gehört zur Familie der Melonenbaumgewächse und ist in Mittel- und Südamerika heimisch. Heute wird sie weltweit in tropischen und subtropischen Zonen angebaut. Die Früchte wachsen direkt am Stamm. Solange sie noch unreif und grün sind, enthalten sie sehr viel des Enzyms Papain und zwar im weißen, latexartigen Saft in der Schale, im Stamm, in den Blättern und den Samen. Da die unreife Frucht kein Leckerbissen ist, kann man über die Ernährung mit reifen Früchten nicht genügend des wichtigen Enzyms aufnehmen. Als Nahrungsergänzungsmittel in Pulverform, möglichst zusammen mit dem Enzym Bromelain aus der Ananas, steht Papain in ausreichender und gut verwertbar Form zur Verfügung.
Verdauung: Papain spaltet Eiweiß und Gluten
Papain wird oft „Wunderenzym“ genannt. Durch seine Fähigkeit, Eiweiße in Aminosäuren aufzuspalten, unterstützt es wie kaum eine andere Substanz die Verdauung von proteinhaltigen Nahrungsmitteln. Die Nährstoffe werden so besser absorbiert und es gelangen keine unverdauten Bestandteile in den Darm, von denen sich die dort vorhandenen Darmparasiten ernähren. Blähungen und Verstopfung bleiben aus, das Wachstum der schädlichen Bakterien wird gebremst.
Papain ist außerdem in der Lage, das Gluten Gliadin aufzuspalten, ein Eiweiß, das von immer mehr Menschen nicht vertragen wird, auch weil es Entzündungen auslöst. Papain spaltet dieses Protein auf, was Menschen mit Glutenunverträglichkeit helfen kann. Geringe Mengen Gluten werden dann besser vertragen. Betroffene sollten das allerdings vorsichtig ausprobieren.
Reizdarm: erfolgversprechende Studien
Bei einer Studie mit Teilnehmern, die verschiedene Verdauungsbeschwerden hatten, zeigte Papain signifikante Erfolge. Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit, Sodbrennen und Blähungen ließen deutlich nach. In zwei anderen klinischen Studien mit Menschen, die an einem Reizdarm mit häufigen Bauchschmerzen, Verstopfung, Blähungen und schmerzhaftem Stuhlgang litten, linderten sich ebenfalls die Symptome. Auch hier gingen die Entzündungen deutlich zurück.
Entzündungen: baut Auslöser ab
Dieser antiinflammatorische Effekt zeigt sich bei Entzündungen aller Art. Papain zerstört die proteinhaltigen Bestandteile von Stoffen, die Entzündungen auslösen. Das betrifft Verletzungen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum und am Zahnfleisch, Gelenkerkrankungen wie Arthritis oder Rheuma, Herpes, Akne und anderen Hauterkrankungen, Entzündungen an der Prostata, in den Venen, den Nasennebenhöhlen und an vielen anderen Stellen.
Ödeme: Wassereinlagerungen werden aufgelöst
Bei Verletzungen oder nach Operationen, besonders an den Gelenken, können Einlagerungen von Gewebeflüssigkeit entstehen, die sich nur langsam auflösen, mitunter schmerzhaft sind und den Heilungsprozess verlangsamen. Viele Frauen kennen das Problem von Wassereinlagerungen in den Beinen vor und während der Menstruation. Hier kann Papain den Abtransport fördern. Bei Operationen empfiehlt es sich, das Enzym schon vorher einzunehmen, damit sich Ödeme erst gar nicht bilden.
Sport: Verletzungen können schneller heilen
Auch beim Sport kann man mit Papain vorbeugen, wenn man die Enzyme vor dem Training einnimmt. Ist eine Sportverletzung vorhanden, lässt sich mit Papain der Heilungsprozess beschleunigen. Im Ausdauersport und beim Bodybuilding wird das Enzym deshalb gerne bei Beschwerden an Muskeln, Sehnen und Bändern eingesetzt.
Gefäßschutz: verbessert die Durchblutung
Papain löst nicht nur Ödeme auf, indem es die Gewebeflüssigkeiten zum Abfließen bringt, sondern tut dies auch mit dem Blut bei Hämatomen. Bei Verletzungen und nach Operationen treten Ödeme, Schwellungen und Hämatome oft zusammen auf, sodass Papain hier breit wirken kann. Von besonderer Bedeutung ist aber, dass es bei regelmäßiger Einnahme allgemein hilft, das Blut zu verdünnen und die Verklumpung der Blutplättchen zu verhindern. Das Enzym löst durch den Abbau von Fibrin die Zusammenballung von Blutplättchen auf. Damit ist es, am besten zusammen mit dem ähnlich wirkenden Bromelain eingenommen. ein gutes und wichtiges Mittel zur Behandlung von Durchblutungsstörungen und Bluthochdruck sowie zur Vorbeugung von Arteriosklerose.
Wer blutverdünnende Medikamente einnimmt sollte vor der Einnahme von Papain und Bromelain seine Ärztin und seinen Arzt befragen, weil die Enzyme die Blutgerinnung beeinflussen.
Wundheilung: beschleunigter Gewebeaufbau
Wissenschaftler haben Papain auf seine möglichen Anwendungsgebiete hin umfangreich untersucht. So wollten sie auch wissen, ob es die Wundheilung fördern kann. Aufgetragen auf die Haut bei Verbrennungen und Geschwüren, verkleinerten und verschlossen sich die Wunden schneller als ohne das Enzym und besser als mit anderen, herkömmlichen Mitteln. Dieser Effekt tritt mindestens genauso gut auf, wenn Papain eingenommen wird und von innen her im Körper wirkt. Auf diese Weise unterstützt es bei Venenentzündungen und offenen Beinen die Entfernung des kranken Gewebes, die Bildung von neuem Gewebe sowie die Ausheilung von damit einhergehenden Entzündungen.
Infektionen: Papain stoppt Viren und Bakterien
Einige Viren sind von einer eiweißhaltigen Hülle umgeben, was ihnen das Eindringen in Wirtszellen, das Überleben und die Vermehrung erleichtert. Papain kann als eiweißspaltendes Enzym diese Proteinmembran auflösen und die Eindringliche unschädlich machen. Nachweislich blockiert es auch das Wachstum von Bakterien, Pilzen und anderen Parasiten. Eine Hemmung der Bakterien zeigte sich bei Escherichia coli, Staphylococcus aureus, Salmonella typhi und Pseudomonas aeroginosa.
Forscher arbeiten intensiv daran herauszufinden, welche natürlichen Hemmstoffe es gegen Viren wie das Sars-CoV-2-Virus geben könnten. Sie sind überzeugt, dass sich unter den Enzymen dafür am besten Proteasen wie Papain und Bromelain eignen, weil sie die Viren an ihrer empfindlichsten Stelle angreifen.
Krebstherapie: Papain stärkt das Immunsystem und greift Tumorzellen an
Gleiches kann das Enzym Papain bei Krebszellen erreichen. Enzyme sind in der Komplementärmedizin bereits ein fester Bestandteil und hier insbesondere die Proteasen, wie Papain. Sie lösen die von Tumorzellen angeregten Immunkomplexe auf, die das menschliche Abwehrsystem irritieren und es von der Bekämpfung der Krebszellen abhalten. Sie stärken allgemein das Immunsystem, lösen die Eiweißbestandteile der kranken Zellen auf und können, weil sie Schmerzen und Wundheilung verbessern und Ödeme verhindern, die Nebenwirkungen einer Chemo- oder Strahlenbehandlung lindern. Wie man festgestellt hat, sind bei Krebspatienten der Gehalt an Proteasen im Blut und deren Aktivität deutlich geringer, als bei gesunden Menschen. Einige Wissenschaftler betonten, dass dies kein Zufall sei.
Einnahme
Verdauungsfördernd wirkt Papain am besten, wenn es vor, während oder direkt nach den Mahlzeiten eingenommen wird. Um die entzündungshemmende Wirkung zu erreichen, nimmt man es zwischen der Mahlzeiten ein mit einem zeitlichen Abstand von 60 bis 90 Minuten.