ERASVITAL®
HYDRIERTES PHOSPHATIDYLCHOLIN
HYDROGENATED PHOSPHATIDYLCHOLINE · ≥ 90 %
Gesättigtes Phospholipid für anspruchsvolle kosmetische Lipidsysteme, lamellare Formulierungen und die Entwicklung phospholipidbasierter Vesikel
Kosmetischer Rohstoff Hydriertes Phospholipid Lamellare Systeme Liposomenentwicklung
Ein Phospholipid mit hoher Sättigung
Hydriertes Phosphatidylcholin (englisch: Hydrogenated Phosphatidylcholine) entsteht durch Hydrierung von Phosphatidylcholin. Dabei werden Doppelbindungen in ungesättigten Fettsäureresten weitgehend gesättigt. Das Phospholipid-Grundgerüst mit seinem wasserliebenden Kopfbereich und den fettliebenden Fettsäureresten bleibt erhalten.
Diese amphiphile Molekülstruktur ermöglicht die Anordnung an Grenzflächen und – unter geeigneten Herstellungsbedingungen – die Bildung geordneter Lipiddoppelschichten. Hydriertes Phosphatidylcholin ist daher ein interessanter Ausgangsstoff für lamellare Emulsionen und phospholipidbasierte Trägersysteme.
Die Hydrierung führt im Vergleich zu entsprechenden ungesättigten Ausgangsphospholipiden typischerweise zu einer höheren Beständigkeit gegenüber oxidativer Veränderung. Gleichzeitig können die gesättigten Fettsäurereste die Membranfluidität, die Phasenübergangstemperatur und die Verarbeitung beeinflussen.
Produkteigenschaften
Lamellare Lipidstrukturen
Kann unter geeigneten Bedingungen geordnete Phospholipid-Doppelschichten bilden.
Liposomenentwicklung
Geeignet als Ausgangsmaterial für die Entwicklung von Vesikelsystemen. Die tatsächliche Vesikelbildung muss geprüft werden.
Kosmetische Lipidpflege
Interessant für Cremes, Lotionen und Seren mit phospholipidbasierten Pflegekonzepten.
Formulierungspartner
Kann mit geeigneten Emulgatoren, Ceramiden, Cholesterin und weiteren Lipiden kombiniert werden.
Phospholipide, Membranen und Hautpflege
Phosphatidylcholin gehört zu den Phospholipiden, die natürliche Bestandteile biologischer Zellmembranen sind. In Wasser können geeignete Phospholipide Lipiddoppelschichten und Vesikel bilden. Diese physikalisch-chemischen Eigenschaften werden in der Formulierungsentwicklung genutzt.
In kosmetischen Produkten lässt sich hydriertes Phosphatidylcholin als Bestandteil lipidbasierter Systeme einsetzen. Je nach Gesamtrezeptur kann es zur Gestaltung der Textur, zur Verteilung von Lipidbestandteilen und zu einem geschmeidigen Hautgefühl beitragen.
Wichtig zur kosmetischen Einordnung:
Aus der natürlichen Rolle von Phosphatidylcholin in Zellmembranen folgt nicht, dass ein äußerlich aufgetragenes Produkt neue Hautzellen aufbaut oder systemisch den Fettstoffwechsel beeinflusst.
Typische Entwicklungs- und Einsatzbereiche
Gesichts- und Körperpflege
Gesichtscremes, Körperlotionen, lipidbasierte Pflegeprodukte und ausgewählte Hautseren.
Lamellare Formulierungen
Mehrschichtige Lipidstrukturen und Emulsionen mit geordneten Phospholipidanteilen.
Vesikel- und Liposomensysteme
Entwicklung phospholipidbasierter Vesikel zur Einbindung geeigneter Formulierungsbestandteile.
Kombinierte Lipidsysteme
Formulierungen mit Ceramiden, Cholesterin, Fettsäuren, Squalan oder weiteren kosmetischen Lipiden.
Orientierung zur Einsatzkonzentration
Die geeignete Dosierung hängt unter anderem von der Zielstruktur, dem Lipidgehalt, der Zusammensetzung des Emulgatorsystems, der Hydratation und den Prozessbedingungen ab.
Hinweis:
Der Rohstoff ist nicht automatisch ein vollständiger, allein ausreichend stabilisierender Emulgator für jede Öl-in-Wasser-Emulsion. Je nach System können Co-Emulgatoren, Strukturgeber oder weitere Hilfsstoffe erforderlich sein.
Verarbeitung und Hydratation
Hydriertes Phosphatidylcholin unterscheidet sich bei der Verarbeitung von ungesättigtem und hydrolysiertem Phosphatidylcholin.
Gesättigte Phospholipidketten können vergleichsweise geordnete Membranen bilden; deren Beweglichkeit ist temperaturabhängig. Deshalb sind insbesondere die Phasenübergangstemperatur und die Fettsäurezusammensetzung für die Entwicklung wichtig.
Hinweise zur Liposomenentwicklung
Hydriertes Phosphatidylcholin kann für phospholipidbasierte Vesikel verwendet werden. Ob sich kleine, homogene Liposomen bilden, hängt jedoch von der Phospholipidzusammensetzung, der Hydratationstemperatur, der Konzentration, dem wässrigen Medium und dem Herstellungsverfahren ab.
Für die Charakterisierung können beispielsweise Partikelgrößenmessungen, Größenverteilung, mikroskopische Untersuchungen und Stabilitätsprüfungen sinnvoll sein.
Sinnvolle Formulierungskombinationen
Ceramide
Ergänzende Lipidkomponenten für hautpflegende und lamellare Formulierungskonzepte.
Cholesterin
Interessanter Membran- und Formulierungspartner; das optimale Verhältnis muss experimentell bestimmt werden.
Squalan und Pflegeöle
Geeignete Ölphasen für kosmetische Emulsionsentwicklungen.
Co-Emulgatoren
Können je nach Rezeptur zur Emulsionsbildung und Stabilisierung erforderlich sein.
Hyaluronsäure und Ectoin
Wasserlösliche Pflegebestandteile, deren Kompatibilität im Gesamtsystem zu prüfen ist.
Gelbildner
Hydroxyethylcellulose oder Xanthan können die Viskosität der Wasserphase gezielt einstellen.
Produktdaten
| Produktbezeichnung |
Hydriertes Phosphatidylcholin |
| INCI |
Hydrogenated Phosphatidylcholine |
| Gehalt |
Hydrogenated Phosphatidylcholine ≥ 90,0 % |
| Aussehen |
Weißes bis hellgelbes Pulver |
Sicherheit und sachgerechte Handhabung
Das Produkt ist ein Rohstoff für die fachkundige kosmetische Weiterverarbeitung. Die sichere Verwendung hängt von Rohstoffqualität, vollständiger Rezeptur und vorgesehenem Anwendungsbereich ab.
- Staubbildung beim Einwiegen und Umfüllen vermeiden.
- Augen- und Schleimhautkontakt sowie das Einatmen von Staub vermeiden.
- Geeignete Schutzmaßnahmen nach aktuellem Sicherheitsdatenblatt anwenden.
- Behälter vor Feuchtigkeit und Verunreinigungen schützen.
- Nur mit geeigneten, sauberen Geräten und in kontrollierten Produktionsbereichen verarbeiten.
- Für Endprodukte Stabilität, mikrobiologische Qualität und Hautverträglichkeit prüfen.
Für kosmetische Endprodukte in der Europäischen Union sind insbesondere die Anforderungen der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 einschließlich Sicherheitsbewertung, Produktinformationsdatei und korrekter Kennzeichnung zu beachten.
Lagerung
In gut verschlossenen Behältern trocken, lichtgeschützt und vor starken Temperaturschwankungen geschützt lagern.
Die genaue Lagertemperatur ist anhand der Herstellerangaben festzulegen; das vorliegende COA enthält dazu keine konkrete Vorgabe.
Kontakt mit Feuchtigkeit und Verunreinigungen vermeiden.
Wichtiger Hinweis
Dieses Produkt ist ein Rohstoff zur fachkundigen kosmetischen Weiterverarbeitung und kein fertiges kosmetisches Mittel. Es ist nicht zur unverdünnten direkten Anwendung bestimmt. Eine Eignung für Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel ist durch die hier vorliegenden Unterlagen nicht belegt. Einsatzkonzentration, Verarbeitungsbedingungen, Endproduktstabilität und rechtliche Verkehrsfähigkeit sind vor Verwendung eigenverantwortlich anhand vollständiger Herstellerunterlagen und der geltenden Vorschriften zu prüfen.